Cannabinoid-Verordnung in Deutschland

In den vergangenen Tagen berichteten die Medien über eine anstehende Liberalisierung der Cannabinoid-Verordnung in Deutschland. Künftig sollen bei chronisch Kranken, denen auf keine andere Weise geholfen werden kann, die Kosen für die Cannabinoid-Medikation von den Krankenkassen übernommen werden. Insbesondere knüpfen viele chronische Schmerzpatienten große Hoffnungen an diese Neuerung.

Patienten, die an Fibromyalgie leiden, sind mit konventionellen medikamentösen Ansätzen der Schmerztherapie häufig nicht ausreichend therapierbar, womit sie für eine Cannabinoid-Therapie in Frage kommen.

In einer Cochrane-Analyse gingen B. Walitt et al. Der Fragen nach, ob Cannabinoide einen positiven Beitrag zur Fibromyalgie-Therapie leisten können.

Hierzu wurden kontrollierte Studien und bis zum April 2016 vorliegende Manuskripte ausgewertet. Eingeschlossen wurden randomisierte, kontrollierte Studien, die eine Mindestdauer von vier Wochen aufwiesen und in denen Fibromyalgie-Patienten mit Cannabinoiden behandelt wurden.

In den ausgewerteten Studien wurde das synthetische Cannabinoid Nabilon gegen Placebo oder Amitriptylin getestet. Die Studien wiesen eine sehr unterschiedliche Datenqualität auf, wodurch die Auswertbarkeit beeinträchtigt wurde.

Als Fazit konnte jedoch herausgearbeitet werden, dass keine harten Fakten gefunden werden konnten, die nahelegen, dass das synthetische Cannabinoid Nabilon von Nutzen bei der Behandlung der Fibromyalgie ist.

Literatur:

Walitt B., Klose P., Fitzcharles MA., Phillips T., Häuser W.: Cannabinoids for Fibromyalgia. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Jul 18;7:CD011694. doi: 10.1002/14651858.CD011694.pub2